Winterreifen kaufen (Tipps)

Reifenwissen

Winterreifen kaufen: Was Sie vor dem Start wissen müssen

Der Winter steht vor der Tür und Ihre Reifen vom letzten Jahr sind zu abgenutzt oder gar beschädigt? Dann sollten Sie diese schleunigst entsorgen und neue Winterreifen kaufen. Da gerade bei schwierigen Wetterverhältnissen, wie wir sie im Winter mit plötzlichen Eis und Schnee haben können, ein einwandfreier Zustand der Reifen äußerst wichtig ist, gibt es beim Kauf der Winterreifen so einiges zu beachten. Erfahren Sie im folgenden Artikel, wann Sie sich am besten neue Pneus für den Winter zulegen, wie lang Sie diese nutzen können, welche Eigenschaften beim Winterreifenkauf am wichtigsten sind, was Sie auf gar keinen Fall tun sollten und wie Sie obendrein sogar noch ein bisschen sparen können.


Wann ist der beste Zeitpunkt, um Winterreifen zu kaufen?

Bekanntlich ist es meist die große Nachfrage, die die Preise in die Höhe treibt. Wer vorausschauend ist, kann deshalb viel Geld sparen, indem er sich nicht erst im September dazu entscheidet, neue Winterreifen zu kaufen. Der Winter nimmt allmählich ein Ende und Ihre Reifen sind mittlerweile ziemlich abgenutzt? Dann ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich neue Winterreifen zuzulegen. Warum? Ganz einfach, die Nachfrage liegt im Frühling und Sommer quasi bei null, weshalb viele Händler ihre Bestände reduzieren wollen und die Reifen für den Winter deshalb auch oft zu Schnäppchenpreisen anbieten. Wenn Sie diesen Zeitraum bereits verpasst haben, ist es selbstverständlich wichtig, dass Sie die Winterreifen noch vor Wintereinbruch kaufen, um nicht mit Ihren Sommerreifen durch Schnee, Matsch und Eis fahren zu müssen. Die günstigen Preise bekommen Sie dann zwar sicherlich nicht mehr, jedoch sind Sie in Deutschland an die situative Winterreifenpflicht gebunden, was bedeutet, dass Ihr Fahrzeug bei winterlichen Straßenverhältnissen dementsprechend ausgerüstet sein muss. Eine Winterreifenpflicht gilt außerdem auch in Österreich und vielen weiteren europäischen Ländern, was Sie unbedingt beachten sollten, wenn Sie im Winter außerhalb der Landesgrenzen verreisen möchten. Warten Sie deshalb mit dem Winterreifenkauf nicht bis zur letzten Minute, denn je näher der Winter rückt, desto mehr Nachfrage wird es auch bei Ihrem Reifenhändler oder in Ihrer Autowerkstatt geben, sodass Sie möglicherweise mit langen Wartezeiten rechnen müssen und im Zweifelsfall bei erstem Schnee und Eis noch mit Ihren Sommerreifen unterwegs sind.


Nach wie vielen Jahren sollte man sich neue Winterreifen kaufen?

Wie erkennt man, dass die alten Winterreifen ausrangiert werden sollten? In jedem Falle sollte man seine Winterreifen nicht länger als zehn Jahre nutzen. Die Höchstverwendungsdauer der Reifen hängt aber auch stark davon ab, wie häufig Sie fahren und wie viele Kilometer Sie zurücklegen. Für Reifen von Anhängern, die mehr als 3,5 Tonnen schwer sind, gilt eine maximale Nutzungsdauer von sechs Jahren. Der TÜV Rheinland empfiehlt, sämtliche Winterreifen nicht länger als sechs Jahre zu nutzen. Dies kommt Ihrer eigenen Sicherheit zugute. Winterreifen sind nämlich von vornherein weicher gestaltet als Sommerreifen. Die Weichmacher in den Reifenmischungen verschwinden jedoch im Laufe der Jahre. Das führt dann dazu, dass der Winterreifen nach rund sechs Jahren so ausgehärtet ist, dass er die sonst für ich charakteristischen Merkmale nicht mehr aufweist und somit seine Aufgaben nicht mehr einwandfrei erfüllen kann. Wenn Sie sich bezüglich des Alters Ihrer Reifen nicht mehr sicher sind, genügt ein Blick auf die Flanke des Reifens. Die vierstellige DOT-Nummer gibt Ihnen Auskunft über das Herstellungsdatum des Reifens, wobei die ersten beiden Ziffern die Woche und die letzten beiden Ziffern das Jahr der Herstellung angeben. Unabhängig von gesetzlichen Höchstdauern sollten Autofahrer stets den tatsächlichen Reifenverschleiß im Auge behalten, denn je nach Fahrstil kann der Reifen schon deutlich vor Ablauf dieser Fristen abgenutzt sein. Auch wenn gesetzlich eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vorgeschrieben ist, empfiehlt der ADAC beispielsweise bereits bei weniger als 4 Millimetern einen Reifenwechsel, da sonst die Reifenhaftung bei nasser Fahrbahn bereits deutlich abnimmt. Die Antriebsräder nutzen sich meistens schneller ab als die hinteren Räder. Generell ist es deshalb möglich, nur die Winterreifen für den Antrieb neu zu kaufen, wobei man jedoch Reifen vom gleichen Typ wählen sollte.


Kann ich auch nur zwei Winterreifen kaufen und mit Sommerreifen mischen?

Die Antwort auf diese Frage lautet ganz klar nein. Da bei den Reifenhändlern Winter- und Sommerreifen jedoch einzeln und nicht als kompletter Satz verkauft werden, hat sich bei manchen Autofahrern die Annahme durchgesetzt, dass beispielsweise zwei Winterreifen für winterliche Fahrtbedingungen ausreichen und man für die restlichen Reifen auf die alten Sommerreifen zurückgreift. Hier sollte man auf keinen Fall am falschen Ende sparen, da die neu gekauften Winterreifen durch die Sommerreifen quasi sofort ihre Wirkung verlieren. Die Verkehrssicherheit eines Fahrzeugs hängt stets vom schwächsten Glied ab, was in diesem Falle die Sommerreifen sind. Selbst wenn man sich zwei äußerst hochwertige Winterreifen zulegt, würde deren positiver Effekt durch die beiden Sommerreifen sofort aufgehoben werden. Im schlimmsten Falle würden Sie damit sogar einen Unfall riskieren. Letztendlich würden Sie auch mehr Geld verlieren als Sie ursprünglich eingespart haben, da Sie zum einen Geld in zwei Winterreifen investiert haben, die ihre volle Performance nicht entfalten können, und zudem den Verschließ Ihrer beiden Sommerreifen auf unnötige Weise beschleunigen, da diese bei Kälte brüchig werden können. Führen Sie sich auch für Ihre eigene Sicherheit und die Ihrer Mitfahrer unbedingt vor Augen, dass die Verwendung von Sommerreifen im Winter folgende Auswirkungen hat:


  • 1. Ihre Leistung nimmt bei Temperaturen unterhalb von 7 °C deutlich ab.
  • 2. Sie sind auf Schnee nicht so effizient wie Winterreifen.
  • 3. Sie haben bei Kälte einen längeren Bremsweg als Schneereifen.

Die goldene Regel sollte deshalb stets lauten, zur kalten Jahreszeit das Fahrzeug mit einem kompletten Satz an Winterreifen auszustatten.


Auf welche Eigenschaften muss ich beim Kauf der Winterreifen besonders großen Wert legen?

Bevor Sie sich neue Winterreifen kaufen, sollten Sie sich zunächst vergewissern, ob Ihr Wunschmodell über sämtliche erforderlichen Eigenschaften verfügt, um Sie sicher und unfallfrei durch Schnee, Glätte, Matsch und Regen zu bringen. Ein erster wichtiger Punkt ist, dass Ihre Schneereifen über das sogenannte „Alpine“-Symbol verfügen müssen. Dieses löst das vorherige M+S-Zeichen ab und alle Winterreifen, die seit dem 1. Januar 2018 hergestellt werden, müssen mit diesem Piktogramm eines Bergs mit einer Schneeflocke gekennzeichnet werden. Keine Sorge, wenn Ihre alten Winterreifen, die lediglich über das M+S-Zeichen verfügen, noch fahrtauglich sind, müssen Sie diese keinesfalls entsorgen, sondern können sie noch übergangsweise bis zum 30.09.2024 verwenden, ohne damit gegen die Winterreifenpflicht zu verstoßen. Beim Neukauf von Winterreifen muss dieses Symbol allerdings schon unbedingt auf dem Pneu zu sehen sein. Dieses Symbol findet man übrigens auch auf Ganzjahresreifen, die somit die Winterreifenpflicht erfüllen. Falls Sie oft in die Berge oder sonstige schneereiche Gebiete fahren, empfehlen wir Ihnen dennoch, sich lieber klassische Winterreifen zu kaufen. Da Sie Ihre neuen Reifen einige Jahre lang nutzen werden, ist die Wahl des passenden Modells natürlich auch unumgänglich für ein sicheres Fahrvergnügen. Die Wahl zwischen den vielen verschiedenen Modellen fällt oftmals nicht leicht, mittlerweile erhalten Sie aber sogar online Zugang zu Reifentests. Diese geben Ihnen unter anderem Aufschluss über wichtige Informationen hinsichtlich der Performance der Reifen, die sich bei manchen Fällen als lebensrettend erweisen kann. Achten Sie in den Tests zum Beispiel auf den Bremsweg auf nasser Fahrbahn. Je nach Modell kann dieser bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h um bis zu 25 Meter abweichen. Natürlich können Sie sich aber auch in Ihrer Werkstatt, in Ihrem Autohaus oder bei einem Reifenhändler über geeignete und günstige Autoreifen informieren. Wenn Sie die Winterreifen auf eigene Faust und ohne Beratung kaufen wollen, sollten Sie zudem in Ihrer Zulassungsbescheinigung unter Punkt 15 nachsehen, welche Eigenschaften Ihre Reifen aufweisen müssen. So erfahren Sie die erforderliche Reifenbreite, das prozentuale Verhältnis von Höhe zu Breite des Reifenquerschnitts, die Reifenbauart, den Felgendurchmesser in Zoll sowie das Geschwindigkeitssymbol mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Wenn Sie all diese Eigenschaften kennen, können Sie zum Kauf des Winterreifens übergehen. Halten Sie sich aber unbedingt an diese Vorgaben, denn der falsche Reifen kann sich im schlimmsten Fall als lebensgefährlich erweisen und wird ansonsten mit einem Bußgeld geahndet. Zu guter Letzt sollten Sie beim Kauf das EU-Label auf den Reifen beachten, das den Verbrauchern eine Orientierungshilfe bieten soll. Das Gütesiegel bewertet Kriterien wie Rollwiderstand, Haftung auf nasser Fahrbahn und Außenfahrgeräusche auf einer Skala von A bis G, wie wir sie auch von verschiedenen Haushaltsgeräten kennen. Die Bestnote ist dabei „A“. Beachten Sie jedoch, dass diese Bewertungen nicht von unabhängigen Kontrollstellen, sondern vielmehr von den Herstellern selbst stammen. Nehmen Sie also nicht alles für bare Münze und verstehen Sie dieses Label eher als Richtwert.


Sollte ich beim Kauf der Winterreifen schmale oder breite Reifen bevorzugen?

Vor dem Kauf der Winterreifen sollte man zunächst in der Zulassungsbescheinigung schauen, welcher Reifentyp sich überhaupt für das eigene Fahrzeug eignet. Lässt diese genug Spielraum, haben Autofahrer die Wahl zwischen schmalen Standardreifen oder den preisintensiveren Breitreifen. Neben der ansprechenden Optik überzeugen die breiteren Reifen auch mit ihren technischen Eigenschaften. Reifentests des deutschen Verkehrsklubs ADAC haben gezeigt, dass die Breitreifen auf trockener Fahrbahn einen höheren Grip bieten. Die bessere Haftreibung führt dazu, dass der Bremsweg bei den breiteren Modellen im Vergleich zu den schmaleren Reifen deutlich kürzer ist. Auch bei Nässe haben die breiten Reifen gute Ergebnisse erzielt, jedoch muss dafür die Mikroverzahnung des Pneus richtig greifen. Da die Breitreifen durch ihre größere Fläche jedoch auch mehr Wasser aufnehmen, kann sich dies gerade in Aquaplaning-Situationen als Nachteil erweisen: Breiteren Modelle können schneller aufschwimmen, während die schmalen Reifen in dieser Hinsicht zuverlässiger sind. Da sich durch die größere Fläche auch der Luftwiderstand erhöht, haben Spezialisten bei den Tests den teils mangelnden Komfort sowie die verhältnismäßig hohen Abrollgeräusche bemängelt. Es ist also schwierig, eine pauschale Antwort auf diese Frage zu geben. Die Entscheidung hängt letztendlich vom Budget und den persönlichen Vorlieben des Fahrers ab. Bevor Sie Ihre Winterreifen kaufen, sollten Sie sich jedoch zumindest schon einmal die Frage stellen, um bei dem vielseitigen Reifenangebot mit den verschiedensten Eigenschaften nicht überfordert zu sein.


Die richtige Marke für den Winterreifenkauf wählen

Wer sparen will, zahlt im Nachhinein meist doppelt und dreifach. Auch wenn die Preise zugegebenermaßen verlockend erscheinen, ist von No-Name-Billigreifen in der Regel abzuraten. Bei Reifentests fallen diese oft sehr negativ durch ihre Defizite auf nasser Fahrbahn auf. Und da es hierzulande oft regnet, sollte man lieber auf diese Low-Budget-Reifen verzichten. Für die eigene Sicherheit und ein möglichst langes Fahrvergnügen empfiehlt es sich deshalb auf jeden Fall, auf namhafte Qualitätsanbieter wie zum Beispiel Michelin zurückzugreifen. Die Qualität hat natürlichen ihren Preis, aber sie lohnt sich, denn wenn man sich einmal die Reifentests anschaut, die beispielsweise der ADAC als Europas größter Verkehrsklub durchführt, so sprechen die Testergebnisse fast durchweg für traditionelle Anbieter, denen Qualität das wichtigste Anliegen ist. Beachten Sie auch, dass Sie hochwertige Reifen mit Sicherheit länger nutzen können als die Billigvariante, bei der bei der hinsichtlich der Qualität Abstriche gemacht werden. Wer preisgünstigere Winterreifen kaufen will, kann als Kompromiss stattdessen auf die oftmals günstigeren Tochterfirmen der großen Reifenanbieter zurückgreifen, die den Autofahrern ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Eine weitere Möglichkeit, um Bares zu sparen, besteht darin, die Winterreifen gebraucht zu kaufen. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten: Überprüfen Sie unbedingt das Alter und die Profiltiefe des Reifens. Wenn letztere niedriger als 4 Millimeter ist, lohnt es sich schon fast nicht mehr, diesen Reifen zu kaufen, da er auf nasser Fahrbahn nicht mehr so gut haftet. Bedenken Sie auch, dass Sie einen gebrauchten Reifen nicht mehr so lange verwenden können wie einen neuen. Der Kauf eines gebrauchten Winterreifens lohnt sich also nur, wenn der Preis selbst angesichts der kürzeren Nutzungsdauer noch immer interessant erscheint.

 

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