Winterreifenpflicht

Reifenwissen

Winterreifenpflicht in Deutschland, Österreich, Schweiz

In Deutschland ist laut StVO §2 Absatz 3a ist die Bereifung eines Kraftfahrzeugs den Wetterverhältnissen anzupassen (situative Winterreifenpflicht). Das bedeutet, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen (beispielsweise Schnee und Glätte) Winterreifenpflicht vorherrscht. Dies gilt im Wesentlichen für Pkw, Llkw (einschließlich Wohnmobile), Lkw und Busse. Von der Winterreifenpflicht ausgenommen sind einspurige Kraftfahrzeuge (Motorräder), Anhänger (einschließlich Wohnwagen), Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft, Spezial- und Einsatzfahrzeuge für die bauartbedingt keine wintertauglichen Reifen verfügbar sind. Fahrer dieser Fahrzeuge haben eine erhöhte Sorgfaltspflicht und sollten prüfen, ob die Fahrt erforderlich ist, z. B. weil das Ziel mit anderen Verkehrsmitteln nicht erreichbar ist.

Winterreifenpflicht

In Österreich besteht Winterreifenpflicht vom 1. November bis 15. April bei winterlichen Verhältnissen. Kraftfahrzeuge mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t müssen in diesem Fall Winterreifen montiert haben oder es müssen Schneeketten an den Antriebsrädern angebracht sein. Fahrzeuge über 3, 5 t dürfen nur dann bewegt werden, wenn zumindest an der Antriebsachse Winterreifen angebracht sind. Zudem ist es die Pflicht eines Fahrzeugführers im genannten Zeitraum Schneeketten für mindestens zwei Antriebsräder mitzuführen. Ausgenommen von der Winterreifenpflicht sind einspurige Kraftfahrzeuge und Anhänger sowie bestimme Einsatzfahrzeuge.


In der Schweiz gibt es keine gesetzliche Regelung zur Winterreifenpflicht. Allerdings können auch in der Schweiz Geldbußen drohen, wenn es aufgrund falscher Bereifung zu einem Unfall kommt.


Wer gegen die Winterreifenpflicht verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Dies beläuft sich derzeit (Stand: 10/2017) in Deutschland auf 60 Euro für den Fahrer und 75 Euro zusätzlich für den Fahrzeughalter. Bei Behinderung, Gefährdung oder Unfall kann es entsprechend höher ausfallen. In Österreich droht eine Strafe von 35 Euro bis zu 5000 EURO wenn der Tatbestand einer Gefährdung vorliegt.

 

Im Falle eines Unfalls aufgrund der falschen Bereifung (dies schließt Winterreifen im Sommer ein) kann die Kfz-Versicherung Zahlungen teilweise oder ganz verweigern.


Als Winterreifen gelten ab 2024 nur solche Reifen, die das Alpine-Symbol tragen. M+S Reifen, die bis zum 31.12.2017 hergestellt wurden, dürfen bis 30.09.2024 weiter verwendet werden. Anders als die Kennung mit M+S mussten Reifen, die das rechtlich geschützte Alpine-Symbol auszeichnen diverse Prüfverfahren durchlaufen. In der Vergangenheit kam es vor, dass chinesische Sommerreifen das M+S Symbol trugen.


Eine Winterreifen-Pflicht für das Reserverad besteht im Übrigen nicht.

Winterreifenpflich in Europa

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In Europa gibt es derzeit (Stand 20/2017) keine einheitliche gesetzliche Regelung zur Winterreifenpflicht. Bei einer Auslandsreise gilt es die jeweiligen Vorschriften des Landes zu prüfen.

Damit Sie jedoch erst gar nicht erst ins Schleudern kommen, empfehlen wir Ihnen rechtzeitig Winterreifen zu montieren.

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